Geheime Wünsche und Sehnsüchte: Ausflug des PBZ Waidhofen/Thaya nach Roiten.

13.04.2026

Ein besonderer Ausflug nach Roiten ließ im PBZ Waidhofen/Thaya Erinnerungen an vergangene Zeiten lebendig werden. Beim gemeinsamen Weben standen Freude, Kreativität und die Begeisterung für traditionelles Handwerk im Mittelpunkt. 

Viele Bewohnerinnen oder Bewohner haben einen Traum. Sie verspüren den Wunsch nach kreativem Arbeiten und nach altem Handwerk. Sie möchten das Garn und die Wolle zwischen ihren Fingern spüren, sie in Händen halten. Besonders der traditionelle Webstuhl übt dabei eine große Faszination aus. Mit ihm stellte diese Generation Fleckerlteppiche und Stoffe für Kleidung her. Umso schöner ist es, dass diese Bedürfnisse vom Team Ehrenamt- und Alltagsbegleitung Claudia Wimmer und Carola Wögerer wahrgenommen wurden und sie sich auf die Suche nach einem passenden Holzwebstuhl machten. 

In Roiten, eine Katastralgemeinde der Gemeinde Rappottenstein lebt Roswitha Haghofer und sie fertigt in ihrem Zuhause mit viel Liebe Teppiche, Taschen und vieles mehr an. Bei ihr kann man gegen Voranmeldung selbst werkeln oder auch das Weben erlernen. 

Gleich am Morgen, nach dem Frühstück, startete der Ausflug mit dem PBZ-Bus, gelenkt vom Ehrenamtlichen Mitarbeiter Johann Winkler, mit insgesamt vier Bewohnerinnen und Bewohnern und FSJ Lara Fraißl in Richtung Zwettl. Die Stimmung war ausgelassen und voller Tatendrang. Mit im Gepäck war eine große Kugel aus Stoffstreifen, die für die Herstellung eines Fleckerlteppichs benötigt wurde.

Bei der Ankunft wurden alle herzlich empfangen und gingen anschließend in den Webraum, wo sie einen ersten Blick auf den alten Holzwebstuhl werfen konnten. Viel Zeit für lange Erklärungen blieb nicht, denn das Webstuhl-Fieber hatte Bewohner Willibald Stark und Bewohnerin Maria Zwettler so fest in Griff, dass sie sofort abwechselnd am Webstuhl Platz nahmen und loslegten. Bei den Arbeiten am Webstuhl stand Roswitha Haghofer stets unterstützend zur Seite. Bewohnerin Marie Weber stammt aus einer Weberfamilie und gab wichtige Tipps und behielt den Überblick über alle Tätigkeiten. Bewohnerin Stefanie Dafert blieb gerne im Hintergrund, verfolgte das geschäftige Treiben aber nicht minder interessiert. 

Schritt für Schritt wurde der Stoff eingearbeitet, fixiert, und bald waren die typischen Geräusche des Webens zu hören – das Treten der Pedale, das Klopfen der Lade. Genau bei dieser Tätigkeit, die Lade fest an das Gewebe anschlagen, bewiesen Bewohner Willibald Stark und Bewohnerin Maria Zwettler wieviel Kraft und Muskeln sie haben. Binnen kürzester Zeit bewegte sich das fertige Teppichstück über den Warenbaum in Richtung Boden. Das fertige Werkstück durfte selbstverständlich mit nach Hause genommen werden und fand einen Ehrenplatz im Wohnbereich 2 des PBZ Waidhofen/Thaya. 

Dieser Ausflug bleibt mit Sicherheit in Erinnerung und zeigt, dass Menschen allgemein sehr viel Kraft in sich tragen, wenn sie ihrer geheimen Leidenschaft nachgehen können.

Neuigkeiten

Alle Neuigkeiten